Digitale Schwarzweißfotografie - oder wie wandel ich ein Foto in Graustufen um

(c) Dorothe Willeke-Jungfermann
Schwarzweißfotos haben nach wie vor für mich einen besonderen Reiz. Durch das "Weglassen" der Farbe und durch die Konzentration auf Linien, Formen, Strukturen und Kontraste wird die grafische Bildaussage intensiviert.
 
In der Analogzeit habe ich noch im hauseigenen Labor meine Filme entwickelt und meine Fotografien vergrößert. Ansel Adams und das Zonensystem waren mein Begleiter. Die Dunkelkammer ist noch vorhanden, aber die Zeit in der Dunkelheit habe ich hinter mir gelassen. Die Digitalfotografie offeriert mir den Luxus der Bildbearbeitung bei Tageslicht.
Der Nachbearbeitungsvarianten gibt es viele und ebenso viele Softwareangebote, die die Umwandlung der Farbbilder in Schwarzweißbilder unterstützen.  Von kostenloser Software wie Gimp, über die Kaufsoftware bzw. Plugins Color Efex Pro und Silver Efex Pro bis hin zu Photoshop Lightroom oder Photoshop CS, um einige zu nennen.
 
In der S/W-Analogfotografie musste man teure Korrekturfilter kaufen, um Teile des sichtbaren Lichts herauszufiltern.  Die Eigenfarbe des verwendeten Farbfilters wird durchgelassen - die Komplementärfarbe wird gesperrt.  
Heute simulieren  die neueren Spiegelreflexkameras und Systemkameras bereits diese Filtereffekte für  JPG-Dateien. In der Regel könnt Ihr auf folgende Filtersimulationen zurück greifen: Gelb, Orange, Rot und Grün. Eine Option für alle, für die eine digitale Nachbearbeitung nicht infrage kommt.
Ich empfehle derzeit aber immer noch, die Fotos im RAW-Modus aufzunehmen und mittels der digitalen Bildbearbeitung das Farbfoto in ein Schwarzweißfoto umzuwandeln.  Für meinen digitalen Workflow nutze ich derzeit entweder Adobe Photoshop CS5 oder Adobe Lightroom 4.
 
Adobe Lightroom

Die günstigere Software von Adobe,  Lightroom stellt für die Schwarzweißmischung  acht Farbregler (Rot, Orange, Gelb, Grün, Aquamarin, Blau, Lila und Magenta) zur Verfügung. Über die einzelnen Farben könnt Ihr  direkt Einfluss auf die entsprechenden Helligkeitswerte in der Schwarzweiß-Umwandlung (eigentlich Graustufenumwandlung) nehmen. Zudem finden sich in Lightroom  S/W-Filtervorgaben, vom Blaufilter bis hin zum Rotfilter mit hohem Kontrast.
 
Adobe Photoshop CS5
Das Entsättigen der Fotos ist ebenso wie die direkte Umwandlung des Farbbildes über den Modus "Graustufen" führt zu sehr flauen und kontrastarmen Bildern und ist somit nicht zu empfehlen.

 
Mit dem Kanalmixer lässt sich die Schwarzweißumwandlung schon besser steuern. Der Anteil der einzelnen Quellkanäle Rot - Grün - Blau werden über die Schieberegler gesteuert. Die Summe aller Werte im Ausgabekanal Graustufen darf allerdings 100% nicht übersteigen, da ansonsten die Tonwertumfang des ursprünglichen Bildes nicht erhalten bleibt.
 
 
 
Über den Schwarzweißmodus (der auch schon im RAW-Konverter zur Verfügung steht) in Photoshop werden in CS5 sehr gute Graustufenergebnisse erzielt. Bei meiner derzeitigen CS5-Version können die Helligkeitswerte über sechs verschiedene Farben angepasst  und die Kontraste dadurch erhöht werden.
 
 
Mein Tipp: Idealerweise solltet Ihr bereits vor der Aufnahme wissen, ob Ihr das Foto in ein Graustufenbild umwandeln wollt, denn nicht jedes Bild eignet sich für ein gutes Schwarzweißfoto. Die Fotos sollte gute Kontraste aufweisen und grafische Elemente enthalten.
 


 
Photoshop bietet natürlich noch weitere Umwandlungsvarianten, von der Bearbeitung über den LAB-Farbe, dem Arbeiten mit Texturen oder auch die Verlaufsumsetzung.  Dazu zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog mehr.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Experimentieren.
Eure
Dorothe Willeke-Jungfermann


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Dorothe Willeke-Jungfermann

Dorothe Willeke-Jungfermann (Xing) ist  Fotografin und Inhaberin der Fotoakademie Fotodialoge (google+, Twitter, Facebook). Die Fotoschule Fotodialoge bietet kreative Fotokurse zur digitalen Fotografie für Einsteiger und Fortgeschrittene. Ein reichhaltiges Kursangebot finden Fotografen an festen Kursorten in München, Köln, Erlangen und Nürnberg sowie überall dort, wo es sonst noch schön ist in Deutschland. Fotografieren lernen können interessierte Hobbyfotografen in eintägigen Kursen, aber auch intensiven Wochenendkursen oder auf mehrtägigen Fotoreisen zu fotografisch spannenden Orten Deutschland und Europa. Dorothe Willeke-Jungfermann ist Mitglied im GDT.

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