Künstlerinterview mit Benedikt Haack - qrosslight

Der 1969 in Neuss geborene Photograph Benedikt Haack betreibt in Herrsching am Ammersee sein eigenes Fotostudio. Auf seinem Photoblog qrosslight präsentiert er seine fotografischen Arbeiten und neue Werke und erläutert Aufnahme- und Bearbeitungstechniken wie auch Hintergründe zum Motiv.

Benedikt Haack:  Schon als kleines Kind war ich fasziniert von Bildern und Fototechnik und bekam als 10 Jähriger von meinem Vater eine Franka Solida junior geschenkt mit der ich loszog und ausprobierte. Fehlende Automatiken an der Kamera und das Zuschauen in der Dunkelkammer bei meinem Vater haben meine Ambitionen schnell geweckt, so dass ich mit vierzehn Jahren meine erste Spiegelreflexkamera erhielt und kurz darauf in meiner eigenen Dunkelkammer schwarz-weiss entwickelte. In den folgenden Jahren habe ich viele Fotokurse und –schulen besucht und plante ursprünglich eine Fotografenlehre, habe mich dann aber für Abitur und ein Geographiestudium entschieden. Fotografiert habe ich immer sehr viel, mit der Anschaffung einer Nikon D300 aber völlig neu und sehr intensiv begonnen. Der digitale Prozess und die Nachbearbeitung waren für mich relativ neu und haben mich mit ihren Möglichkeiten direkt fasziniert. Heute betreibe ich die Fotografie neben meinem Beruf als Selbständiger im Bereich Internet und Medien.



Fotodialoge: Du bist im Internet sehr aktiv und betreibst seit 2009 einen eigenen Photoblog. Womit beschäftigt sich dein Blog und was hat dich motiviert in dieser Form Deine Arbeiten zu präsentieren?
Benedikt Haack: Ich war begeistert von der Möglichkeit mit anderen Fotobegeisterten in den Dialog zu treten. Dabei beschränke ich mich nicht nur auf das Zeigen meiner Photos, sondern schreibe über meine Motivation zu dem Motiv, Hintergründe zu dem Aufgenommenen und mit welcher Technik ich bei Aufnahme und Nachbearbeitung gearbeitet habe. Mittlerweile schreibe ich in Deutsch und Englisch, weil die Besucher sehr international sind und anregende Kommentare schreiben. Dabei ist es schön zu sehen, dass eine eigene Community entstanden ist und ich auf zahlreiche inspirierende Photoblogs gekommen bin. Der Photoblog erhält so für mich eine ganz andere Qualität und ist wesentlich persönlicher, als das Teilen von Bildern auf bekannten Plattformen und Netzwerken.



Fotodialoge:  Wo liegen Deine fotografischen Arbeitsschwerpunkte?
Benedikt Haack: Die Schönheit von Mensch, Natur oder Dingen zu zeigen oder herauszuarbeiten ist definitiv etwas, was mich bewegt und aus meinen Bildern spricht. Das alleine wäre aber zu langweilig. Ich suche immer nach ungewohnten Perspektiven, magischen Momenten und experimentiere gerne mit verschiedenen Techniken wie z.B. Wischeffekten oder im Fotostudio mit verschiedensten Materialien. Minimalistische, abstrakte Ausschnitte suche ich vor allem für Architektur- und Stillphotographie. Neben diesen Bereichen liegen meine Schwerpunkte bei Portraits, Musik und Theater und als Ausgleich und durch meine Naturverbundenheit auch die Landschaftsphotographie.



Fotodialoge:  Apropos Musikerportraits!
Benedikt Haack: Musik liegt mir sehr nah, ich bin selber aktiv in der klassischen Musik. So entstanden Künstlerfotos und der Kontakt zum Theater. Jazz gehört ebenfalls zu meiner Lieblingsmusik und die Stimmung in Jazz-Clubs hat etwas ganz Besonderes. Hier ist es möglich ganz nah an die Künstler heranzukommen und die magischen Momente der Loslösung und Inspiration festzuhalten. Schwarz-weiss ermöglicht mir hierbei die Dualität von Musik und Persönlichkeit charakteristischer herauszuarbeiten.




Fotodialoge: Mir sind vor allem einige experimentelle Bilder von Dir aufgefallen.
Benedikt Haack: Stimmt, ich habe schon einige Experimente im Photostudio durchgeführt. Ein frühes waren Zitronen im Sprudelwasser, eines meiner letzten war SMOKE ART. Ursprünglich wollte ich ein aufflammendes Streichholz als Makro aufnehmen und habe festgestellt, dass der interessanteste Teil dabei der Rauch war. Schnell habe ich umgestellt, mir ein Räucherstäbchen montiert, das Stativ in die Ecke gestellt, weil der Rauch sehr variiert und bin den faszinierenden Formen mit dem Makroobjektiv auf die Spur gegangen. Ein großer Teil der Arbeit entfiel dabei auf Photoshop, um die feinen Strukturen optimal herauszuarbeiten und ihnen eine zur Form passende Farbgebung zu verleihen. Unglaublich, dass der sonst so unbeachtete Rauch so schön sein kann.


 
Fotodialoge: Was sehen wir als nächstes von Dir?
Benedikt Haack: Momentan plane ich Projekte im Bereich Still, wobei es etwas ungewöhnlicher und surrealer werden wird und im Bereich Portrait in Richtung Editorial. Ich werde darüber im Photoblog berichten.

Fotodialoge: Vielen Dank für das Interview.



Benedikt Haack hat folgende Internetauftritte: